STRESSFREI:

7 TIPPS FÜR DEN UMGANG MIT SCHWIERIGEN MENSCHEN

 

Tratsch-Tanten, Narzissten, Choleriker, Besserwisser: mit manchen Menschen wird der Alltag zum Spießrutenlauf. Oft sorgen die Begegnungen für Stress und das führt auf Dauer zu einer echten Belastung, die sich auch körperlich bemerkbar machen kann. Ein flauer Magen, Nacken- und Schulterschmerzen oder Migräne können die Folge sein. Damit der Umgang mit schwierigen Charakteren, denen wir nicht aus dem Weg gehen können, etwas leichter – und weniger belastend – wird, haben wir folgend 7 Tipps für Sie zusammengestellt.

1. Nörgler und Schwarzseher – der Negativspirale entkommen

Probleme, statt Lösungen und das Glas ist definitiv immer halb leer – und genau das kommunizieren sie beständig. Etwas läuft nicht nach Plan, oder sogar richtig schlecht? Perfekt für den Nörgler und Schwarzseher, denn genau das ist der richtige Gesprächsstoff für ihn. Das Problem: die Schwarzmalerei und die negativen Gedanken, führen bei Menschen, die im Alltag ständig mit solchen Menschen konfrontiert sind, oftmals zu enormem Stress. Das Leben mehr grau als schillernd bunt und ausweglose Probleme – da sind schlechter Schlaf und Grübelei vorprogrammiert. Damit sie die Negativ-Welt erst gar nicht in ihren Bann ziehen kann, Nörglern und Schwarzsehern nicht einfach passiv zuhören oder zustimmen, sondern eine entscheidende Frage stellen: „Was willst Du ganz konkret tun, um das Problem zu beheben?“ Diese Frage führt zu zwei möglichen Ausgängen: entweder wird das Gespräch beendet, da sie der Person nicht mehr die Plattform für eine unproduktive negative Gedankenwelt geben, oder es wird in eine lösungsorientierte Richtung gelenkt.

2. Besserwisser: Die innere Eskalation verhindern

Die Präsentation hat noch nicht einmal richtig gestartet und schon kommt der erste belehrende Kommentar von einer Kollegin? Fast schon ein bisschen bloßstellend formuliert? Wut im Bauch und innere Eskalation. Fühlen wir uns persönlich und ungerecht angegriffen reagieren wir oft „aus dem Bauch heraus.“ Das kann eine schnippische Gegenfrage oder Antwort sein, oder auch ein verbaler „Gegenangriff.“ Bringt uns leider nicht weiter und kostet viel Energie und Nerven. Stattdessen, lieber Distanz wahren, tief durchatmen und raffiniert wie Zucker sein: „vielen Dank für den Input – auf diesen Punkt wäre ich in den nächsten Sekunden zu sprechen gekommen. Toll, wenn hier alle so aufmerksam mitdenken.“

3. Choleriker – sachlich aus der D(r)uckposition

Sie – und nur Sie, legen Ihre eigenen Grenzen fest. Aber genau das muss bewusst und proaktiv geschehen. Und natürlich: immer sachlich und ruhig. Wichtig ist in erster Instanz sich einmal zu verinnerlichen, dass nicht der lautwerdende cholerische Mensch die Situation kontrolliert, sondern Sie. Sie haben sich und Ihre Gefühle unter Kontrolle, das rotköpfige und lautwerdende Gegenüber nicht. Und genau das macht sie stark. Bleiben Sie ruhig und nehmen Sie die Situation nicht persönlich. Bleiben Sie aller Unsachlichkeit zum Trotz, sachlich und setzen Sie klare Grenzen. Ist die Anspannung zu groß und der vorherrschende Ton mehr Gebrüll als Gespräch, verlassen Sie die Situation mit dem Hinweis, dass das Gespräch nach einer kleinen Pause fortgesetzt wird.

4. Der goldene Spiegel: Narzissten

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das größte Ego im Land? In jedem Fall sind Narzissten gekonnte Selbstdarsteller. Allerdings sind die Fantasien der eigenen Großartigkeit und Unfehlbarkeit oft nur eine Maske, weshalb der Narzisst auch die ständige Anerkennung seiner eigenen Person von außen benötigt. Aber nicht nur das ist für das Gegenüber anstrengend. Auch die mangelhafte Kritikfähigkeit ist im Alltag ein Problem. Die Lösung: um bei einer narzisstischen Person gekonnt Kritik zu platzieren, ummantelt man den Fehler oder das Problem als „Versehen.“ Wird dies noch gepaart mit einem darauffolgenden Kompliment, kann die Botschaft gut platziert werden.

Tipp: Spiegelübung

Was für den Narzisst leicht ist, ist für viele andere wirklich schwer: die Selbstliebe.

Machen Sie sich jeden Tag vor dem Spiegel (beispielsweise vor oder nach dem Zähne putzen) ein Kompliment. Was haben Sie heute besonders gut gemeistert? Was ist besonders schön an Ihnen? Was können Sie, was anderen nicht so einfach gelingt?

5. Grenzen festlegen, Trigger erkennen

Jeder hat sie. Sei es der Wortlaut, die Art wie Kritik geäußert wird, bestimmte Tonfälle und vieles mehr – wird ein Trigger ausgelöst, reagieren wir oft viel emotionaler als wir wollen. Und genau das ist auch bei unserem Gegenüber so. Das sollten wir uns immer bewusst machen und damit (an)erkennen, dass auch wir mit einem bestimmten Verhalten oder Worten eine Reaktion bei unserem Gegenüber hervorrufen können. Führt also eine bestimmte Art zu Fragen oder Feedback zu geben, immer wieder zu einem unerwünschten Verhalten bei unserem Gegenüber, neue Wege in der Kommunikation austesten. Die beste Rahmung hierbei? Eine klare Kommunikation hinsichtlich Grenzen. Sie haben einen Arbeitskollegen, für den die Mittagspause ohne Lästern einfach nicht geht? Entziehen Sie sich dieser Situation mit einer „Ich-Botschaft“: „Ich fühle mich nicht wohl dabei über XY so zu sprechen und eigentlich will ich Dir viel lieber von meinem tollen Wochenende erzählen.“

6.  Ausreichend schlafen, innere Balance wahren

Forscher der Universität Tel Aviv untersuchten an gesunden Freiwilligen die neuronalen Folgen einer durchwachten Nacht. Das Ergebnis: alle Probanden litten am Folgetag nicht nur unter einer Konzentrationsschwäche, sondern auch an innerer Unruhe und Reizbarkeit. Absolvierten sie einen Konzentrationstest am Vortag noch völlig emotionslos, löste der Schlafmangel am Folgetag starke negative Emotionen beim gleichen Test aus. Die Ursache: Schlafmangel (ob akut oder aufgrund dauerhaft schlechter Schlafqualität) führt dazu, dass unser Gehirn nicht mehr zwischen neutralen und emotionalen Reizen unterscheiden kann. Um die innere Balance zu wahren und im Alltag bestmöglich mit Nörglern, Cholerikern und Co. umgehen zu können, ist ausreichend Schlaf mit Tiefschlafphasen also essenziell.

Warum Ihre Darmgesundheit entscheidend für einen guten Schlaf ist, lesen Sie HIER.

Tipp: Kaffeeliebhaber aufgepasst

Koffein im Übermaß löst bei den meisten Menschen die Freisetzung von Adrenalin aus. Die Quelle des „Kampf oder Flucht“-Modus. Perfekt, wenn man vor einem Säbelzahntiger wegrennen muss allerdings unpassend, wenn man gleich einen Termin mit einem unangenehmen Kollegen oder Chef hat. Achten Sie daher darauf, vor so einem Termin Kaffee nur in Maßen zu konsumieren und lieber auf Grün- oder Matetee umzusteigen. Unser Tipp für einen aktivierenden und gleichermaßen ausgleichenden Teegenuss gibt es HIER.

7.  Gefühlsbewusst versus gefühlsbetont

Das Aufrechterhalten einer emotionalen Distanz erfordert vor allem eines: Bewusstheit. Seien Sie sich darüber bewusst was und wer Ihnen guttut und was oder wer nicht. Geben Sie den Menschen oder Situationen den Vorrang, die angenehm sind und Ihren Tag bereichern. Da das natürlich nicht immer geht und man sich im alltäglichen Geschäftsleben die Kollegen und Chefs nicht aussuchen kann, ziehen Sie dort klare Grenzen und (er)leben Sie den Ausgleich im Privatleben ganz bewusst. Sprechen Sie Menschen, die Ihnen guttun oder mit einer Situation ganz fabelhaft umgehen, unbedingt auch einmal ein Kompliment aus. Das tut nicht nur dem Gegenüber, sondern auch Ihnen gut.

 

Tipp: Yoga hilft wissenschaftlich erwiesenermaßen, bei der Ordnung von Gefühlen. Lässt sich Trauer, Wut oder Zorn nach einem anstrengenden Tag schwer zähmen, hilft bereits eine Stunde Yoga direkt und nachhaltig, diese Emotionen loszulassen und einzuordnen. 

Freud mich! Ein kleiner psychologischer Selbsttest

Sigmund Freud gilt als Vater der Psychoanalyse, analysierte hunderte Verhaltensmuster und Gespräche – aber wurde er durch dieses Verhaltenswissen auch zu einem angenehmen Gesprächspartner und Kollegen? Hier würden viele Zeitzeugen nun wahrscheinlich den Kopf schütteln. Deshalb ist es immer lohnenswert auch das eigene (Gesprächs-)Verhalten einmal unter die Lupe zu nehmen. Mit unseren 5 Fragen geht das ganz einfach. Stellen Sie sich nach dem nächsten Treffen mit einem Freund/einer Freundin, folgende 5 Fragen:

  1. Habe ich aufmerksam zugehört oder nur darauf gewartet selbst etwas sagen zu können?

  2. Habe ich unverlangt Ratschläge erteilt?

  3. Spreche ich schlecht über andere Menschen, wenn diese nicht im Raum sind? Würde ich Ihnen das gesagte auch direkt sagen?

  4. Habe ich heute konstruktiv Probleme besprochen oder nur gejammert?

  5. Hätte ich im Nachhinein auf etwas erzähltes anders reagiert, oder reagieren sollen?